AG Altersmediation

Was verstehen wir unter Altersmediation?

Altersmediation ist ein Anwendungsfeld von Mediation, in dem Konflikte im Zusammenhang mit dem Älterwerden, der Gestaltung der Lebensphase „Alter“ oder Auseinandersetzungen über Generationengrenzen im Mittelpunkt stehen. Altersmediation kann auch zur Vermeidung solcher Konflikte – also präventiv –eingesetzt werden. Oft ist das familiäre oder betriebliche Miteinander durch langjährige Beziehungen und langsam vor sich gehende Veränderungen geprägt. Dies kann dazu führen, dass die entstehenden Konflikte sehr komplex sind und die Beteiligten hoch emotional reagieren.

Alters-Mediatoren sind geschult, die Mediationsgespräche so zu führen, dass die biografischen, generationen- und gesundheitsbedingten Besonderheiten berücksichtigt werden und die Bedürfnisse aller Beteiligten gesehen werden.

Die auf Altersmediation spezialisierten Mitglieder von Mediation fördern e.V.:
(Reihe hinten) Hubert Merkel, Thea Francke, Heinz Pilartz, Cornelia Szyszkowitz, Ute Schelleis
(Reihe vorne) Johanna Huonker, Beate Berger, Gabriele Hertel

Welche Faktoren können den Familienfrieden über die Generationsgrenzen hinweg gefährden?

  • Es fällt schwer, heikle Themen direkt anzusprechen.
  • Verhaltensmuster und Rollen sind langjährig eingespielt.
  • Unter den Familienmitgliedern gibt es verschiedene Perspektiven, Interessen und Bedürfnisse.
  • Eine positive Grundstimmung in der Familie kann schleichend verloren gehen.
  • Plötzliche Ereignisse bringen das Familiengleichgewicht ins Wanken.
  • Zwischen der „eigenen“ Familie und der Ursprungsfamilie besteht eine Ambivalenz.
  • Die jeweiligen Vorstellungen von Gerechtigkeit und Rollen in Familien weichen voneinander ab.
  • Erwartungen in Bezug auf Beziehungen und Erziehung/Erfolg werden nicht erfüllt.
  • Es gibt unterschiedliche Wünsche in Bezug auf Nähe und Distanz, Selbstbestimmung und Sicherheit.
  • Es bestehen Diskrepanzen bzgl. der Übernahme von Verantwortung.
  • Kinder übernehmen ihren Eltern gegenüber die „Elternrolle“.
  • Eltern „lassen nicht los“.

Nutzen eines Mediationsprozesses:

  • Wir ermöglichen es, dass die Beteiligten heikle und sogar tabuisierte Themen miteinander klären können.
  • Wir bringen Sie dazu an „einen Tisch“ und jeder kann seine Perspektive schildern
  • Wir schaffen einen Rahmen, in dem jeder unabhängig von Alter und Position innerhalb des Systems seine Anliegen ausdrücken kann
  • Wir stellen die wesentlichen Fragen, die Ihnen das Verstehen anderer Perspektiven und Sichtweisen ermöglichen. So kann Verständnis entstehen.
  • Wir ermöglichen Ihnen, in ihrer Familie zu neuen und überraschenden Lösungen zu kommen.

Welche Bereiche sind wichtig, um im Alter gut und sicher leben zu können?

Wie baue ich vor, um im Alter gut leben zu können? Wann ist der richtige Zeitpunkt, um die Weichen zu
stellen und Entscheidungen vorzubereiten? Wen möchte ich bei diesen Entscheidungen einbeziehen? Wer begleitet und unterstützt mich bei altersbedingten Anpassungen meiner Lebensumstände?
Welche Personen kümmern sich um mich, wenn ich es nicht mehr kann?
Wie kann ich so lange wie möglich aktiv am Leben und an meinem Freundeskreis teilnehmen?
Welche Rollen sollen meine Familie/Verwandte/Freunde oder Vertraute übernehmen? Welche Arten von Sicherheiten brauche ich, um gut in den nächsten Lebensabschnitt zu gehen?
Wie muss mein Lebens- und Wohnumfeld aussehen, um darin optimal im Alter leben zu können?
Wie kann ich meine Unabhängigkeit erhalten, aber auch mich sicher fühlen?
Welche finanziellen Mittel brauche ich, die mir einen erfüllten Lebensabend ermöglichen? Habe ich Klarheit über „die letzten Dinge“ – wie möchte ich gehen, was soll von mir bleiben?

Nutzen eines Mediationsprozesses:

  • Wir helfen Ihnen dabei, Vorbereitungen und Vereinbarungen so zu treffen, dass das Leben in Alter so gut wie möglich den eigenen Vorstellungen entspricht.
  • Wir unterstützen Sie dabei, die notwendig werdenden und auch die gewünschten altersbedingten Anpassungen zu kommunizieren, klare Absprachen zu treffen und diese umzusetzen. –
  • Wir schaffen durch moderierte Gespräche die Möglichkeit, dass sich auch alle weiteren Beteiligten auf dem Weg zu einer gemeinsamen Lösung einbringen können.
  • So können Sie Streit und Missverständnisse vermeiden
  • gleichzeitig gewinnen Sie Sicherheit bei der Planung ihres nächsten Lebensabschnittes.

Welche Themen sollten im Bereich „Vorsorge bei Krankheit, Vererben und Firmenfortführung“ geregelt sein?

  • Passt die gesetzliche Erbfolge für Sie?
  • Leben Sie in einer nicht-ehelichen Partnerschaft oder Patchwork-Familie?
  • Braucht ein Angehöriger besondere Unterstützung oder Schutz?
  • Möchten Sie außer den Erben jemandem im Erbfall besonders bedenken?
  • Wie möchten Sie Ihr Vermögen verteilen, wenn Sie keine Kinder haben?
  • Sind Sie Inhaber eines Betriebs oder Gesellschafter eines Unternehmens?
  • Ist geregelt, wer den Betrieb fortführt?

In diesem Zusammenhang stellt sich immer folgendes Fragen-Quartett:

  • Wem gehört was?
  • Wer hat was zu sagen?
  • Wer bekommt wofür Geld?
  • Wer muss oder will was tun?
  • Wer handelt für Sie, wenn Sie – auch vorübergehend – den Betrieb nicht mehr führen können?
  • Haben Sie einen „Notfallkoffer“?
  • Wissen Ihre Angehörigen, wo Ihre Patientenverfügung/Ihr Testament/Ihre Passwörter aufbewahrt sind?
  • Haben Sie ein digitales Erbe?

Jetzt können Sie alles noch selbst gestalten. Später entscheiden Dritte; im Zweifel zu spät oder gegen Ihren Willen.

Nutzen der Vorsorge:

  • Wir tragen dafür Sorge, dass nichts gegen Ihren Willen geschieht.
  • Wir helfen Ihnen dabei, selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen.
  • Wir zeigen Ihnen einen Weg für eine nachhaltige Lösung auf.
  • Wir führen Sie durch den Dschungel aus emotionaler Betroffenheit und sachlich notwendigen Entscheidungen.
  • Wir gewährleisten, dass auch im Streitfall die Interessen aller Beteiligten ihren Raum bekommen.

Denn: Streit zerstört Beziehungen und Vermögenswerte; vor wie nach dem Erbfall.